Plawenn  ist eine Fraktion der Gemeinde Mals im Vinschgau (Südtirol) mit 49 Einwohnern (März 2006). Plawenn befindet sich am Beginn des Schuttkegels der Malser Haide.Am Weiler befindet sich der gleichnamige, höchst gelegene noch bewohnte Adelsansitz der Alpen auf 1730 m ü. d. M.
Der Ansitz, ursprünglich ein fester Wohnturm mit quadratischem Grundriss und einer Mauerstärke bis zu 2 Metern, datiert bis auf das 12. Jh. zurück; die heutige Gestalt mit Zinnengiebel und Ecktürmchen erhielt das Gebäude nach dem Brand von 1708 erst um 1780. Der Ansitz war von Anbeginn an im Besitz der Herren von Plawenn (früher: "Freisassen" von Plawenn genannt), denen er bis auf den heutigen Tag gehört.
Seit März 2007 beherbergt der Ansitz Plawenn eine Kulturinitiative zur kulturellen Zusammenarbeit im Dreiländereck Italien/Schweiz/Österreich und zur Entwicklung des ländlichen Raumes.
 

Plawenn ist der höchst gelegene Adelssitz in ganz Europa (1716 m)

 

   

   

Der weithin sichtbare Ansitz am oberen Rand eines weiten Murkegels steht im gleichnamigen Dörfchen Plawenn, das mit wenigen Häusern, seiner Marienkirche und dem zinnengekrönten Ansitz ein reizendes, eigenwilliges Bild bietet. Fast jeder Autoreisende der über den Reschenpass fährt  hat es schon gesehen.

 

Dieser Edelsitz der so heißt wie das Dörfchen gilt als der am höchsten gelegene Ansitz Europas. Er ist wahrscheinlich der Vinschgauer Stammsitz der alemannischen  Freileute (Freisassen) von Plawenn, die im Zusammenhang mit der Hospizgründung von St. Valentin im Jahre 1140 erstmals urkundlich aufscheinen.

 

Denn auch sie, die beiden Brüder Ulrich und  Luitfried Plawenna , trugen ihr Scherflein zur Gründung des Spitals bei und stifteten  die Flur Puzin. Sie waren Adelsleute mit ausgedehnten Grundbesitz, und sie hatten sich zunächst einen Wohnturm errichtet, einer jener typischen Viereckbauten, wie man sie auch sonst noch antrifft.

 

Später stürzte der Turm dann teilweise ein. Doch die Besitzer rissen ihn nicht gänzlich ab , sondern schufen daraus einen stattlichen Ansitz mit den heutigen  Zinnengiebeln. Und in einer späteren Bauphase ergänzte man den Bau mit dem heutigen Eckturm.

 

Der Ansitz hat  seine heutigen Form (Zinnengiebel und Ecktürmchen) einer Renovierung um 1780 zu verdanken, nachdem die Anlage 17o8 abgebrannt und nur notdürftig rthalten worden ist. Arbogast von Plawenn weist darauf hin, daß alle späteren Umbauten und Zubauten um das Fundament eines festen Wohnturmes Wohnturmes mit quadratischen Grundriss und einer Mauerstärke von 2 m gruppiert sind. Das Erdgeschoß dieses Turmes dürfte in das frühe 12. Jh. zurückgehen. Die oberen Stockwerke mit schönem Getäfel und Kachelofen  aus dem 17. Jh. werden von den Plawenn als Sommersitz genützt.

 

Ein Wort noch zu dem eigenartigen Titel "Freisassen". Es ist dies kein Adelstitel, aber die Edelleute hatte die Rechte von Adeligen, wie Fischereirecht, Jagdrecht und auch ein sogenanntes Siegelrecht. d. h. sie konnten Verträge ohne einen Notar beglaubigen nur mit ihrem Siegel. Dieser Titel ist meines Wissens nur sehr selten verliehen worden. Ich kenne in Südtirol nur noch die "Freisassen von Goldeck (oder Goldegg) aus dem Sarntal. Die sich nach 1890 Barone nannten, während die Plawenn auf den Titel "Freisass" bestanden.

 

So ist es der  Besitzerfamilie der Freisassen zu Plawenn gelungen, ihren malerischen Sitz ziemlich gut durch die Jahrhunderte, ja fast durch ein Jahrtausend zu bringen.

 

Plawenn befindet sich am Beginn des Schuttkegels der Malser Haide.Am Weiler befindet sich der gleichnamige, höchst gelegene noch bewohnte Adelsansitz der Alpen auf 1730 m ü. d. M.

 

Seit März 2007 beherbergt der Ansitz Plawenn eine Kulturinitiative zur kulturellen Zusammenarbeit im Dreiländereck Italien/Schweiz/Österreich und zur Entwicklung des ländlichen Raumes.
 

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