Im Mittelalter war Hall Jahrhunderte lang größer und wohlhabender als das nahe gelegene Innsbruck. Die Siedlung die 1303 das Stadtrecht erhielt, war in mehrfacher Hinsicht bedeutend. Hier befand sich die Saline, die bis zum Jahre 1967 das im Halltal gewonnene Salz verarbeitete. Hier war der Endpunkt der bis zum Bahnbau regen Innschiffahrt. Die Haller Flußlände diente als Anlege und Stapelplatz für die gesamte Getreideeinfuhr Tirols. In Hall wurde auch mehrmals im Jahr der größte Markt des Landes abgehalten. Kaiser Maximilian I. (1490-1519), der hier seine 2. Gemahlin Maria Bianca Sforza heiratete, ließ Hasegg aufwendig zu einer landesfürstlichen Repräsentationsburg ausbauen und kunstvoll ausstatten.
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Sakraler Mittelpunkt von Hasegg ist die dem einstigen Landespatron St. Georg geweihte spätgotische Burgkapelle.  Sie wurde 1515 bis 1517 im Auftrag Kaiser Maximilians von Gregor Niklas Thüring erbaut und kunstvoll  ausgestattet. Den beiden Meistern gelang eine originelle architektonische Lösung . Sie ließen die Kapelle in einen  großen Saal des Osttraktes hineinbauen und die Apsis als zierlichen Erker in die Münzergasse hinausragen.  Damit war die Forderung erfüllt, dass niemand über dem Altarsakrament wohnen dürfe. Durch zwei Fenster an den  Längswänden konnten Gläubige, die in der Kapelle keinen Platz fanden, vom angrenzenden Saal aus am  Gottesdienst beiwohnen. Der Kaiser der im Stock darüber wohnte, war es möglich durch einen Sehschlitz die  Messe mitzufeiern.Die steinernen Wandkonsolen mit ihren wappentragenden Engelsbüsten, das  Netzrippengewölbe, dreiche Rankenmalerei und die spitzbogigen Maßwerkfenster ergeben einen harmonischen  Zusammenklang. Hier in dieser Kapelle wurde Bianca Maria Sforza die zweite Frau Kaiser Maximilians. Allerdings  in seiner Abwesenheit.  Reizvoll ist der kleine Rokokoaltar mit den Figuren der Heiligen Johann Nepomuk, Georg  und Florian. Bianca Maria Sforza die 2. Frau Kaiser Maximilians I.  :  Noch im Spätherbst reiste Bianca Maria mitsamt ihrer  Mitgift und großem Geleit über das verschneite Wormser Joch nach Innsbruck. Die Ehe wurde allerdings erst am  16. März 1494 in Innsbruck vollzogen, da Maximilian wegen eines Türkeneinfalls in die Steiermark und der  Neuordnung der österreichischen Länder abwesend war. Schon kurz nach dem Vollzug der Ehe beklagte sich  Maximilian, dass sich Bianca zwar in Sachen Schönheit mit seiner ersten Frau Maria von Burgund messen könnte,  dass sie aber nur einen mittelmäßigen Verstand besäße.  Es war für die junge Frau unmöglich, die Zuneigung ihres Gatten zu gewinnen, da sie in seinen Augen zu ungebildet, zu geschwätzig, zu  naiv, zu verschwenderisch und zu schlampig war. Nach Hermann Wiesflecker blieb Bianca Maria „zeitlebens ein Kind, das am Boden sitzend  spielte“ und sich nicht ihrer Stellung als Gemahlin Maximilians bewusst war. Es kam hinzu, dass sich Maximilian Kinder von ihr wünschte,  die aber trotz mehrerer Schwangerschaften ausblieben. Auch deshalb entfremdete sich Maximilian immer mehr von ihr, vernachlässigte sie  und kehrte zu seinen Geliebten zurück, die ihm neun Kinder schenkten. Es kam sogar so weit, dass er Bianca Maria mitsamt ihrem Hofstaat  mehrfach als Pfand zurückließ, wenn er seine Schulden bei den Wirten nicht bezahlen konnte. Nach 1500 verlor Maximilian endgültig das Interesse an Bianca Maria, nicht zuletzt, weil ihr Onkel Ludovico 1499 in einem Krieg gegen  Ludwig XII. von Frankreich das Herzogtum Mailand verloren hatte. Ludovico floh zunächst nach Innsbruck, kehrte aber nach Mailand zurück  und geriet dort in französische Gefangenschaft, womit er als Financier Maximilians ausfiel.Als Bianca Maria am 31. Dezember 1510 in  Innsbruck starb, hielt sich Maximilian in Freiburg auf. Er nahm nicht an ihrem Begräbnis teil, sondern kehrte erst im Juni 1511 nach  Innsbruck zurück. Bianca Maria wurde in der Fürstengruft des Zisterzienserstiftes Stams im Inntal westlich von Innsbruck beigesetzt.  Maximilian widmete ihr nicht einmal einen Grabstein.
Der Münzerturm - der Bergfried der Burganlage. Ein wirklich herausragender Teil der Burg Hasegg ist der Münzerturm der an der Südwestecke der Burganlage steht. Mitte des 15. Jahrhunderts entstand die noch heute praktisch vollständig erhaltene Burganlage, samt dem markanten Münzturm, in dem bis ins Jahr 1809 das Prägerecht der Stadt Hall ausgeübt wurde. Je zwei auf den Altar ausgerichtete  Vierecköffnungen bieten Einblick in die Kapelle. Wappenkonsolen sieht man auf den Sockeln. Das Prunkstück der Burg, die Georgskapelle, wurde erst zwischen 1515 und 1520 durch den Innsbrucker Steinmetz Meister Niklas und Gregor Thüring errichtet