Burg MARTINSBERG, heute meist  Martinsbühel genannt bei Zirl. Fährt man von Innsbruck ins Oberinntal, so rückt, bevor man nach Zirl kommt, am nördlichen Innufer ein niedriger von schütterem Wald umgebener Hügel ins Blickfeld. Es ist der geschichtsträchtige Martinsbühel, auf dem noch die eindrucksvollen Reste der einstigen Burg St.Martinsberg stehen. Unter den Häusern auf dem Hügel fällt vor allem ein mächtiges Gebäude mit hohem Krüppelwalmdach auf. Martinsbühel ist heute eine Niederlassung der Benediktiner der Erzabtei St. Peter  (?)
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Streitbare Zeiten erlebte die Burg St. Martinsberg in den vergangenen Zeitläufen. Und mit ihr die steinalte Burgkapelle die dem hl. Martin geweiht ist. 1940 wurden die Benediktiner denen die Burg zu dieser Zeit gehörte, enteignet und vertrieben. Einige "Martinsbüheler Brüder" fielen als Soldaten, andere starben in den Konzentrationslagern des Naziregimes Auch heute noch gilt die Martinswand als Scheide zwischen den beiden Talabschnitten. Mit dem vorbeifliessenden Inn und dem dazwischen liegenden etwa 25 m hohen Martinsbühel bildet sie eine natürliche Sperre auf der linken Talseite. Ähnlich den Engpässen der Sachsenklemme bei Mauls im mittleren Eisacktal und von Pontlatz bei Prutz im obersten Inntal bewährte sich in Kriegszeiten diese Sperre immer wieder, so beispielsweise anlässlich des Überfalls der lutherischen Schmalkalden auf Tirol im Jahre 1546. Der Tiroler Feldhauptmann Franz von Kastelalt "hat den paß bey St.Martins Wandt mit ainem gueten pollwerckh verschanzen umd mit muscatierern bewachen lassen", so dass die feindlichen Truppen abzogen. Uralt ist auch das Martinskirchlein, unter dem man 1964 eine frühchristliche Kirche mit halbkreisförmiger Priesterbank entdeckte. Wahrscheinlich residierte hier im 6.Jh. während seiner Flucht vor den hereinbrechenden Horden der Völkerwanderungszüge für kurze Zeit der rätische Bischof Martinus - Marcianus, der dann über den Brenner nach Süden weiter zog.  Die mehrmals im Laufe der Jahrhunderte umgebaute Kirche, die einst auch als Burgkapelle diente, ist heute ein schlichter Saalbau mit hohem Satteldach und einem Dachreiter mit barockem Zwiebelhelm. Schön ist das mit Wappensteinen geschmückte Netzrippengewölbe mit spätgotischem Chor aus dem Anfang des 16.Jh.s. Es wird dem berühmten Nikolaus Thüring, dem "obristen Werkmeister" Kaiser Maximilians und Erbauer des Goldenen Dachls in Innsbruck, zugeschrieben. Das Kirchlein birgt eine spätgotische Madonna (siehe Bild oben) aus dem Ende des 15.Jh.s, ein ergreifendes Kruzifix aus dem 17.Jh., eine Kanzel aus dem Ende des 18.Jh. sowie spärliche Reste einer romanischen Wandmalerei aus der Zeit um 1200. Dargestellt sind das himmlische Jerusalem sowie ein heiliger Bischof.
Die Burgkapelle, die dem heiligen Martin geweiht ist, steht neben der Burg.  An der Stirnwand sieht man rare Reste einstiger Malerei aus der Zeit um 1200. Dargestellt war (ist) das himmlische Jerusalem. Die grauen noch aus der germanischen Bauepoche stammenden Mauern sind aus regelmäßig gelagerten, teils gewaltigen Steinen gefügt. Es ist der noch weitgehen unversehrt erhalten gebliebene Pallas, das Hauptwohngebäude der Burganlage. Der Pallas, das Hauptwohngebäude der Burganlage.  Der schlichte Wohnturm, den ein schwarzer Doppeladler auf gelbem Grund schmückt, wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Die Burgkapelle, die dem heiligen Martin geweiht ist, steht neben der Burg. In dem Kirchlein ist eine spätgotische Madonna aus dem Ende des 15. Jh. Leider ist in letzter Zeit die Kirche immer verschlossen !