Eines   der   größten   und   schönsten   Schlösser   des   ganzen   Überetscher   Gebietes   war   einst   Boymont,   auf   einem aussichtsreichen   Hügel   hoch   über   Missian   gelegen.   Es   gehörte   den   Herren   von   Boymont   und   dann,   nach deren Aussterben, ihren Erben, den adeligen Herrn Kaßler von Boymont. Als   sich   an   einem   Fronleichnamstage   die   Kaßler   mit   ihrem   Gesinde   herab   nach   St.   Pauls   in   die   Kirche begeben   hatten   und   eben   mit   den   vielen   Gläubigen   an   der   feierlichen   Fronleichnamsprozession   durch   die gesegneten   Güter   von   St.   Pauls   teilnahmen,   ertönte   plötzlich   der   Ruf:   »Schloß   Boymont   brennt,   Schloß Boymont brennt!« Nach   anfänglichem   Zögern   machten   sich   die   Männer   sogleich   auf   nach   Boymont,   um   zu   löschen.   Doch   es war   bereits   zu   spät:   Boymont   stand   h¢llauf   in   Flammen   und   sank   binnen   kurzem   in   Asche.   Es   wurde   nie wieder   aufgebaut.   Die   Ursache   des   Brandes   wurde   nie   bekannt:   Während   die   einen   vermuteten,   der   Brand sei   durch   das   übertriebene   Schmalzsieden   der   Köchin   der   einzigen   im   Schloß   zurückgebliebenen   Person   -- entstanden,   munkelten   andere   gar,   die   Feinde,   deren   die   reichen   Kaßler   sehr   viele   hatten,   müßten   die   Köchin bestochen   haben,   auf   daß   sie   ihnen   Einlaß   in   die   Burg   gewähre   und   sie   diese   dann   anschüren   könnten.    Da jedoch die Köchin in den Flammen umkam, konnte nie etwas Gewisses herausgefunden werden.            Der letzte Boyneburger Die Gegenden von Missian und St. Pauls und Eppan sind übersät von Schloßruinen, so auch Boyneburg, in dessen Hofraum ein tiefes Loch hinabgeht, welchem jedermann aus dem Wege geht. Der letzte Besitzer dieses Zweiges war Reinbrecht von Boyneburg, ein düsterer, wilder Geselle, aber auch ein todesmutiger Kriegsheld, heftig und grausam. Er trag weit herum von den Rittern und Edlen das schwerste und größte Schwert, und sein starker Arm hob jeden aus dem Sattel. Als Vasall der mächtigen Eppaner, der Beherrscher vom untern Etschtal, deren Burg nicht weit von jener der Boyneburger stand, war er zugleich deren treuester Freund und Kampfgenosse, aber auch im Raufen und Saufen. Das Freundschaftsband gestaltete sich endlich zu einem brüderlichen Verhältnis, seit der Boyneburger im Kampfe des Eppaners mit dem Grafen von Tirol und dem Bischof von Trient wesentliche Dienste geleistet.  Zur Erhaltung der Brüderlichkeit paßten sie in ihrem Charakter vollkommen zusammen: übermütig, leidenschaftlich, unüberwindlich. Daß aber der Boyneburger den Eppaner noch öfters besuchte, galt vielmehr der schönen Tochter des Eppaners, Adelheid, einer frommen Engelsseele. Er suchte ihr zu nahen, aber sobald sie ihn in der Nähe erblickte, erzitterte sie, floh vor ihm und verbarg sich vor dem wilden Ritter.
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 Nur noch als Skelett eines vornehmen mittelalterlichen Adelssitzes steht heute Boymont vor uns.  Die um 1230 erbaute Burg, die durch ihre elegante, rechteckige Anlage auffällt, wurde 1742 durch einen Brand zerstört und seitdem nicht wieder aufgebaut.  Der schöne Innenhof des Schlosses lädt den Wanderer zum Verweilen ein, zudem werden sogar Erfrischungsgetränke serviert. Rundbogenfenster, Reste der Burgkapelle und einige andere architektonische Eigenheiten verlocken Interessierte zu näherer Betrachtung Ein Aufstieg (etwa 20 Min.) vom tiefer gelegenen Schloß Korb lohnt auch wegen der schönen Aussicht.
Die Ruine liegt mitten im Wald, oberhalb von Missian. Entgegen den Lagen anderer Burgen ist Schloss Boymont ohne Probleme zu Fuss erreichbar. Der schöne Innenhof des Schlosses lädt den Wanderer zum Verweilen ein, zudem werden sogar Erfrischungsgetränke serviert. Eines der größten und schönsten Schlösser des ganzen Überetscher Gebietes war einst Boymont, auf einem aussichtsreichen Hügel hoch über Missian gelegen. Als die Gläubigen in der Kirche von St. Pauls waren stand die stolze Burg Boymont  h¢llauf in Flammen und sank binnen kurzem in Asche. Es wurde nie wieder aufgebaut. Die Ursache des Brandes wurde nie bekannt: