Auf einem sanften Rebenhügel hinter dem heutigen Ansitz Tiefenbrunner in Entiklar haben sich spärliche Reste einer kleinen Burg erhalten, die aus einem Wohntrakt, dem bergseits gelegenen Turm und aus der verbindenden Ringmauer bestand und die nach dem Zeugnis der ungefähr regelmäßigen Steinlagerung wohl aus dem 13. Jh. stammt. 1225 verlieh Heinrich von Breguz das Gut Enticlar dem Bischof von Trient, der es dann Albero und Beral von Wangen weitergab und auf dem 1289 Otto von Oberinn, ein Ministeriale der Wangener, als Hauptmann erwähnt wird. In den Jahren um 1300 wurden von der landesfürstlichen Kanzlei laufend Burghutgelder für das Castrum Entiklar verrechnet.

 
Am Rebenhügel hinter Schloss Turmhof findet man die spärlichen Reste der einer kleinen Burg. Hier wurden auch verschiedene vorgeschichtliche Funde gemacht,

 

 

   
 

Der Name ist identisch mit dem Namen der zur Gemeinde Kurtatsch gehörenden Fraktion Entiklar. Nur J. Staffier nennt die Burg » Schloß Riechs«, was aber urkundlich nicht belegt ist, da sie ausschließlich nur als »castrum Enteclari« bzw. »Linteclar« und »Lenticlar« bezeichnet wird.

 

Zur älteren Geschichte des Burghügels von Entiklar gibt es keine urkundlichen Nachrichten. Die zahlreichen innerhalb der Burgruine aufgedeckten prähistorischen Funde bezeugen aber eine langandauernde Besiedlung des Platzes. Der in der Lehensurkunde Meinhards II. vom 26. Juni 1259 für Dietus und Wernherus de Furmiano angekündigte Bau einer Burg auf dem »mons et dossum sive fortitudinis quoll in teotunice vocatur puricstal« läßt schließen, daß die Burg auf einer bereits bestehenden Befestigung errichtet wurde. Die somit nach 1259 erbaute landesfürstliche Burg wird in einer Urkunde vom Jahre 1275 bereits als Gerichtssitz erwähnt. Dieser Neuaufbau dient Meinhard II. vor allem zur Befestigung seiner Macht im Gebiet von Kurtatsch und Margreid gegenüber den Fürstbischöfen von Trient. So ist es auch verständlich, daß Bischof Heinrich II. im Jahre 1280 in seinem Klagenverzeichnis gegen Meinhard II. die Schleifung der Burg verlangte. Diesem Verlangen ist sicher nicht stattgegeben worden, denn in späteren Urkunden, so am 19. Oktober 1284 und 24. Juni 1289, wird die Burg weiterhin als Gerichtssitz erwähnt. Burghauptleute, » capitanü«, die auch die Gerichtsgewalt im Umfang des Gerichtes Entiklar, später Kurtatsch, besaßen, sind nachweisbar im Jahre 1282 Otto de Virga aus dem Geschlecht der Fing von Völseck, im Jahre 1284 Conradus dictus Weycener und in den Jahren 1289 und 1290 wiederum Otto de Virga.

 

Im Jahre 1312 erwirbt Heinrich von Rottenburg pfandweise Schloß und Gericht Entiklar. Im Jahre 1348 erwerben die Rottenburger auch die Propstei Entiklar. Zur Ausübung der Gerichtsbarkeit setzten sie eigene Vikare ein. So wird in den Jahren 1315, 1317 und 1318 ein Conradus dictus Weycener, im Jahre 1318 ein Henricus dictus Baysius de Bulcano erwähnt. Die Herren von Rottenburg blieben offenbar im Pfandbesitz des Schlosses, des Gerichts und der Probstei bis zum Sturze Heinrichs von Rottenburg im Jahre 1410.


Ob und wie lange die Burganlage hernach noch von den durch die Tiroler Landesfürsten eingesetzten Richtern und Pflegern benützt wurde, ist nicht mehr urkundlich belegt.
Als ungefähren Zeitpunkt für die Zerstörung der Burganlage kann man aber, wie es aus den Lebensbriefen des Domkapitels von Trient für den Turmhof von Entiklar klar ersichtlich ist, die Jahre von 1463 bis 1541 annehmen. Wird bis 1463 als Grenze für den erwähnten Turmhof noch das »Gastrum de Inticlar« erwähnt, so finden wir um 1541 nur mehr die Bezeichnung »Tunis antiqua - Alter Turm«. Außerdem wird in einem. Lebensbrief vom Jahre 1571 ausdrücklich auf die zerstörte Burganlage hingewiesen.
Um 1600 berichtet M. S. von Wolkenstein in seiner Landesbeschreibung von Südtirol von einem »altes abkombens gebey ein wörturn, der aber jetz gar nit mer bewohnt und an zimbern ist.« Auch Burglechner schreibt am Anfang des 17. Jh.s von einem alten, zerfallenen Burgstall.
In einem Bericht vom 18. Jh. über das Amt Stätten zu Tramin, der im Pfarrarchiv von Kurtatsch aufliegt, wird die Schloßruine immer noch als ein herrschaftlichlandesfürstlicher Besitz erwähnt.
 

Die Burg liegt auf einer markanten Moränenkuppe, die sich hinter dem Ansitz Turmhof fast genau 100 Meter bis zu einer Höhe von 358 Metern erhebt.
 
Die Kuppenhöhe und die sie umgrenzenden Steilhänge sind buschbestanden, aber schon zehn Meter darunter breiten sich rundherum Weinpergeln aus.

Dieses Bild zeigt den Bergseitigen Zugang zur Ruine

Copyright ©  September 2004 Hall in Tirol. All Rights Reserved.
Web Design
© by adi sparber. Adolf.sparber@chello.at