KREIDENTURM, 538 m   

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Wahrzeichen auf der untersten Stufe des Mittelgebirges unter dem Absturz des Gantkofels ist der weit vorgeschobene und durch das Etschtal von Meran her und ebenso vom Eisacktal bei Bozen und aus dem Überetsch hervorragend sichtbare Kreidenturm, der an jener Stelle steht, wo der Andrianer und der St. Paulser Weg nach Hocheppan zusammenstoßen.

Er bildet mit dem hochragenden Hocheppan, dem aus dem Wald rot leuchtenden Boymont und dem darunter liegenden Korb aus der Entfernung eine ungemein malerische Burgengruppe.

Der Hocheppaner Kreidenturm, ein auffallend hoher und schlanker Viereckturm, hat einige Meter über dem Erdboden eine Öffnung, die wohl der einstige Einstieg ist, und eine quadergerahmte Rundbogentüre an der Südostmauer, die Zutritt zu seinem heute nicht mehr vorhande­nen Wehrgang war, den Kragsteine und Balkenlöcher noch andeuten.

Der Turm dürfte zur gleichen Zeit wie Schloß Hocheppan um 1160 entstanden sein; es war kein Wohnturm, sondern diente Wehrzwecken. Er war wohl ein Vorwerk zur Sicherung und zum Schutz des Aufganges nach Hocheppan. Es umgab ihn eine mässig ausgedehnte viereckige Mauer, von der heute nur mehr armselige Reste vorhanden sind; innerhalb des Beringes dürfte einst auch ein kleiner Wohnbau bestanden haben.

Von den widersprechenden Meinungen über die Bedeutung und das Alter des Turmes, das sich immerhin doch mit dem 12. Jahrhundert ziemlich genau begrenzen Iässt, ist die nach dem Namen Kreidenturm zu erschließende, dass es sich um einen Signalturm für Kreidenfeuer, für Warn- und Meldefeuer, gehandelt hat, die wahrscheinlichste. Außerdem aber konnte man von diesem Kreidenturm die Burgstrasse und die ganze Landschaft viel weiter überblicken und be­wachen als vom Bergfrit der Burg Hocheppan aus. Weingartner ist der Meinung, dass der Kreidenturm wohl auch zu Signalzwecken verwendet wurde, von allem aber ein wichtiges Vorwerk der Hauptburg Hocheppan war.

Wer die Burgruine Hocheppan besucht, ob er nun auf dem Weg von St. Pauls oder Unterrain und Missian her über den Unterhauserhof oder auf dem steilen Andrianer Steig her kommt, muss am Hocheppaner Kreidenturm vorbei und hat dann noch zehn Minuten bis Hocheppan zu steigen.

 

 
 
 

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