Die nicht sehr große hochmittelalterliche Burganlage Obermontani liegt auf einem vom Plimabach umspülten Felsrücken am Eingang des Martelltals oberhalb der Fraktion Morter der Gemeinde Latsch im Vinschgau (Südtirol).

Eigentümer ist die Republik Italien. Verwaltet wird das Gebäude vom Denkmalamt in Verona.

Die Burg die auf einem Felsen der am Eingang zum Martelltal vorgelagert ist, errichtete Graf Albert von Tirol 1228 eine Burg die im 16. Jh. durchgreifend umgebaut wurde.

In ihrer Bibliothek wurden im vorigen Jahrhundert (19. Jh.) bedeutende mittelalterliche Handschriften entdeckt.

Die ehemalige Burgkapelle St. Stefan birgt interessante Wandmalereien aus dem 15. Jh.
 
 

Obermontani liegt auf einem vom Plimabach umspülten Felsrücken am Eingang des Martelltals oberhalb der Fraktion Morter der Gemeinde Latsch im Vinschgau (Südtirol).  

 

   

 

Auf der höchsten Stelle des Rückens, wo Funde eine frühgeschichtliche Wallburg bestätigen, stellte Graf Albert III. von Tirol im frühen 13. Jahrhundert eine Trutzfeste hin: »castrum quod dicitur Montania«, liest man in Huters Tiroler Urkundenbuch. Sie stand widerrechtlich auf Churer Territorium. Bischof Berthold trat dieser Anmaßung energisch entgegen und zwang den Tiroler durch einen im November 1228 in Glurns besiegelten Vertrag, den Bau als Leben zu akzeptieren.

 

Als Strafe mußte Albert seine Burg Steinberg im Unterengadin abtreten. Graf Meinhard ignorierte Ende des Jahrhunderts das vom Großvater unterzeichnete Papier, reihte Montani, Bestandteil der Heiratsgutverschreibung für seine Gemahlin Elisabeth, in die landesfürstliche Verwaltung ein und belehnte damit verläßliche Gefolgsleute. Meinhards Sohn Heinrich (1295-1335) schenkte den wichtigen Grenzposten seiner dritten Gemahlin, Beatrix von Savoyen, ebenfalls als Morgengabe.

Unter Victor von Montani, verheiratet mit Margarethe von Schrofenstein (bei Zams/ Landeck), erfolgte Mitte des 16. Jahrhunderts ein grundlegender Umbau. Im Jahre 1641 starben die seit 1299 verbürgten Montani aus. In ihre Fußstapfen trat Maximilian Freiherr von Mohr, ein Tiroler Geschichtsschreiber.

Die in den Grafenstand erhobenen Mohr, ab 1653 Herren über die niedere Gerichtsbarkeit im Martelltal und in Morter, bemühten sich hingebungsvoll um die Erhaltung. Noch 1844 konnte der Topograph Johann Jakob Staffler schwärmen, Montani sei von »blühender Gestalt, ein stattliches Denkmal ritterlichen Zeitalters...«, obwohl der letzte männliche Mohr, Graf Joseph, 1833 gestorben war. Dann ging es allerdings rapide abwärts.

Aus bäuerlicher Hand erfolgte ein regelrechter Ausverkauf des Mobiliars zu Schleuderpreisen. Steinmetzarbeiten wurden zerschlagen und als Baumaterial zweckentfremdet. Zum Glück rettete der Marienberger Mönch Beda Weber eine der ältesten Überlieferungen des Nibelungenliedes von 1312, heute im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Im Jahre 1937 kamen Ober- und Untermontani an Italien. Obermontani konnte vom Landesdenkmalamt Verona geschützt werden.

An Obermontani dominiert der das Tor beherrschende, zweigeschossige Turm. Weingartner sieht darin keinen üblichen Bergfried, sondern einen Wohnturm, der »nach außen durch zwei erhöhte Schildmauerflügel den Scheincharakter eines Bergfriedes« erhält.

 

Nach dem 1833 erfolgten Ableben des Grafen Joseph Mohr verfiel Obermontani in wenigen Jahren, nachdem es zunächst, Mohrs Schwager, von Reinhart (gest. 1837) noch zu halten versucht hatte. Spätere bäuerliche Besitzer plünderten die Marmorwerkstücke und erniedrigten den edlen Bau zum Steinbruch. Mit dem Verfall der Burg wurde auch die berühmte Bibliothek verschleudert.

 

Im 20. Jahrhundert war zeitweise eine Falknerei auf der Burg untergebracht. Die von einem Gastronom aus Latsch-Goldrain seit 2006 unternommenen Bemühungen um eine Wiederbelebung (Gastronomie/Mittelalter) der Burg sind leider nicht erfolgreich gewesen.

 

Seit 1300 ist die gesamte Burganlage in den Händen der Herren von Montani, die den ursprünglichen einfachen, aber festen Baubestand der oberen Burg (daher Obermontani) im 15. Jh. großzügig erweiterten

 

An Obermontani dominiert der das Tor beherrschende, zweigeschossige Turm. Weingartner sieht darin keinen üblichen Bergfried, sondern einen Wohnturm, der den Scheincharakter eines "Bergfriedes" erhält.

Copyright © September2011 Hall in Tirol. All Rights Reserved.
Web Design © by adi sparber. Adolf.sparber@chello.at