Der Verwirklichung gingen insgesamt 13 Planungsphasen voraus. 1878 wurde mit dem Bau des "Bayerischen Versailles" nach Plänen von Georg Dollmann begonnen. Als Abbild von Versailles sollte dieses Schloss ein "Tempel des Ruhmes" für König Ludwig XIV. von Frankreich werden, den der bayerische Monarch grenzenlos verehrte 1886, beim Tod von König Ludwig II., war das Schloss noch nicht vollendet. Einige Teile wurden später abgetragen Königsschloss Herrenchiemsee Sehenswert
Königsschloss Herrenchiemsee - Sehenswert Der Schloss Park
   In   der   Reihe   der   gebauten   Traumwelten   König   Ludwigs   II.   kam   dem   Nachbau   der   Schloss-   und   Gartenanlage   von   Versailles   als   Inbegriff   monarchischen   Glanzes   oberste   Priorität   zu.   Ab   1868      liefen die    Planungen    zu    diesem    Projekt.    Als    Baugelände    erwarb    Ludwig    II.    1873    die    Chiemseeinsel    Herrenwörth,   nachdem   sich   der   ursprünglich   ausgesuchte   Standort   im   Graswangtal   bei   Ettal   als   zu   klein erwiesen hatte. Anstelle   des   Versailles-Nachbaues   entstand   hier   aus   einem   Nebengebäude      Schloss   Linderhof.      Es   lag nicht   in   der Absicht   Ludwigs   II.,   Versailles   detailgetreu   zu   kopieren.   Die   zentralen   Räume   im      Mitteltrakt des   Schlosses   –   hier   besonders   bedeutend   das   Paradeschlafzimmer   und   der      Spiegelsaal   –   genügten ihm,   sich   in   die   Rolle   des   Sonnenkönigs   einzufinden. Auf   die   von      Hofgärtendirektor   Carl   von   Effner   ab 1875    geplanten    Gartenanlagen    übertragen    bedeutete    dies,        dass    nur    die    Gartenräume    in    der Mittelachse detailliert nachgebildet werden mussten.  Es    waren    dies    Richtung    Westen    das    "Parterre    d'eau",    bestehend    aus    zwei    großen,    auf    Wunsch    Ludwigs    II.    durch    die    Figuren    der    Fama    und    Fortuna    mythologisch    überhöhten    Bassins,    das    Blumenparterre   mit   dem   Latonabrunnen   sowie   der   "Grand   Canal",   vor   dessen   spiegelnder      Oberfläche sich   der   Apollobrunnen   erheben   sollte.   Vor   dem   Schlafzimmer   erstreckte   sich   Richtung      Osten   die   auf eine     Länge     von     900     Metern     projektierte    Auffahrtsallee,     an     deren     seeseitigem     Ende          eine Schiffsanlegestelle geplant war.   Nach   umfangreichen   Erdbewegungen   konnten   die   Gartenarbeiten   1882   –   vier   Jahre   nach   der   Grundsteinlegung   des   Schlosses      im Mai   1878   –   in   Angriff   genommen   werden.   Die   Ausführung   der   für   das   Herrenchiemsee-Erlebnis   so   wichtigen   Gartenmittelachse      die   in   der   Fläche   etwa   ein   Drittel   der   geplanten   Gesamtanlage   umfasste   –   wurde   mit   Hochdruck   betrieben   und   bis   zum   Tod      König Ludwigs II. im Juni 1886 weitgehend abgeschlossen. Nur der Apollobrunnen und die Schiffsanlegestelle blieben unvollendet  "Vom Kloster zum Königsschloss" und "Der Weg zum Grundgesetz" sind aber nur zwei der Themen des Museums. Im ersten Obergeschoss des Konventstocks (Ostflügel) befindet sich die Galerie Maler am Chiemsee, und im Fürstenstock (Südflügel) können der illusionistisch ausgemalte Kaisersaal, das Gartenzimmer und die Hofküche besichtigt werden.
Die vielfältigen Gestaltungselemente des Schlossparks Herrenchiemsee bringen einen hohen Aufwand an laufendem Gartenunterhalt mit sich. Um 1130 errichtete Erzbischof Konrad von Salzburg auf dem Platz einer Benediktinerabtei des 8. Jahrhunderts ein Augustiner-Chorherrenstift, das später barockisiert und 1803 aufgehoben wurde.